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Die Jahre 1945 und 1946 standen ganz im Zeichen des Wiederaufbaus nach dem verlorenen 2. Weltkrieg. Viele Sportkameraden waren gefallen, vermisst, in Gefangenschaft oder hatten sich schwere Verwundungen zugezogen, so dass sie nicht mehr aktiv tätig sein konnten. Es war daher schwer, eine Fußballabteilung zu gründen. Hunger, trostlose Armut oder Hoffnungslosigkeit überall. Wer dachte 1945 schon an Sport?

Im Spätsommer 1945 fanden sich zunächst zaghaft eine Anzahl ehemaliger Spieler des Offenburger FV auf der „Stegermatt“ zusammen, suchend nach Freunden und Kameraden aus besseren Tagen. Der Wiederaufnahme des Sportbetriebes stellten sich in der Folge kaum überwindbare Hindernisse entgegen. Sämtliche Sportausrüstungsgegenstände waren verschwunden und der Platz war unbespielbar. Durch Bombenabwürfe in den letzten Kriegstagen waren größere Bombentrichter vorhanden. Es blieb daher nur der privaten Initiative vorbehalten, hier helfend einzugreifen.

Nach Freigabe der „Stegermatt“ durch die französische Besatzungsmacht hat die Stadtverwaltung wesentlich dazu beigetragen das Spielfeld wieder bespielbar zu machen. Unter der provisorischen Leitung von der Herren Huber, Sator, Baur und Bruder konnte im Juli 1945 der Spielbetrieb mit einer willkürlich zusammen gewürfelten Mannschaft aufgenommen werden. Das erste größere Spiel in Offenburg fand im Dezember 1945 gegen Rastatt statt und wurde mit 4:2 gewonnen.

In der Folgezeit wurde durch einen Landessportbeauftragten die Einteilung der Vereine in entsprechende Spielklassen eranlasst. In Südbaden war es zu einer in zwei Gruppen geteilten Oberklasse gekommen. Der am 09. März 1946 unter dem Vorsitz von Egon Kahles wieder gegründete Offenburger FV wurde der Badischen Oberklasse West zugeteilt und am 27. Januar 1946 konnte der Punktspielbetrieb wieder aufgenommen werden. Der Oberklasse West gehörten weiter an: VfL (SC) Freiburg, Fortuna (FC) Freiburg, SV Fortuna (FC) Rastatt, Sportfreunde (FV) Lahr, ASV (SpVgg. Wiehre 04) Freiburg, SC Baden-Baden, SV (FC, FV) Emmendingen und Kickers (FC Blau-Weiß) Freiburg an. Da nach Anordnung der Militärregierung jedoch alle Vereine ihren traditionellen Namen aufgeben mussten, wurde am 01. Juni 1946 die notgedrunge Offenburger Sport-Vereinigung (kurz: SpV. Offenburg) ins Leben gerufen.

Im Dezember 1946 beschloß die Zonensportkonferenz in Freiburg eine aus den Gruppen Nord und Süd bestehenden Spitzenklasse – die Zonenliga. Die aus acht Mannschaften bestehende Gruppe Süd bildeten folgende Vereine: SV Fortuna Rastatt 04, SpV. Offenburg, VfL (FC) Konstanz, VfL (SC) Freiburg, zu denen aus Württemberg VfL (SC, VfR) Schwenningen, SG (VfB) Friedrichshafen, SSV Reutlingen und SV Biberach/Riß kamen. Nach Abschluss der Pokalrunde wurde die Badische Oberklasse Ost und West aufgelöst und die Zonenliga mit Vertragsspielern eingeführt. Der erzielte vierte Platz reichte aus, um in die damals höchste Klasse eingereicht zu werden.