Der gebürtige Serbe aus Subotica war erfolgreicher Profi-Fußballer und mit Roter Stern Belgrad vierfacher jugoslawischer Meister. Anton Rudinski war auch drei Mal Trainer beim Offenburger FV und eine Trainerlegende…

Nach den Stationen beim FC Metz und Viktoria Köln übernahm Anton Rudinski (auch Antun oder Anton Rudinsky) 1972 beim FC 08 Villingen das Traineramt. Mit den Nullachtern wurde er auf Anhieb Meister der Schwarzwald-Bodensee-Liga und in der Saison darauf errangen die Nullachter abermals den Titel in der Schwarzwald-Bodensee-Liga. Zu dieser Zeit versuchte sich beim FC08 gerade der Wolfacher Jungspund Alfred Metzler als Mittelstürmer. Rudinski modelte ihn zum Verteidiger um – und Metzler, 1984 dann Amateurmeister-Trainer des OFV, sagt genau zweierlei über seinen ehemaligen Lehrmeister: „Er hat ganz stark angefangen – aber später auch stark nachgelassen.“

Anton Rudinski war drei Mal Trainer des Offenburger FV, wenn auch nie lange. Umso nachhaltiger sind aber die Geschichten über die Methoden des schlitzohrigen Schleifers aus dem ehemaligen Jugoslawien. Er sah sich keineswegs als Schleifer, aber er gehörte nicht zu den Typen, die sich auf der Nase herumtanzen ließ. Bezeichnend dafür sein Ausspruch bei seiner Eröffnungsansprache beim OFV: „Jungs, ihr dürft nicht vergessen, dass ich von der Vereinsführung Prügel dafür bekomme, wenn Ihr nicht lauft, kämpft und keine Leistung zeigt. Das kann ich nicht auf mir sitzen lassen und deshalb dürft Ihr Euch nicht wundern, wenn ich Euch zur Rechenschaft ziehe.“ Zwei Wochen nach dem Tod von Gründungsmitglied Egon Kahles (21. Oktober 1977) beschloss der OFV auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die 1978 startende Oberliga Baden-Württemberg anzustreben. Aber nach der Vorrunde im Winter 1977 war der OFV nur siebenter in der Tabelle. Das kostete Trainer Lutz Hangartner den Job. Für ihn holte die Vereinsführung Anton Rudinski nach Offenburg. „Verstehen Sie mich bitte nicht als Wunderheiler, aber ich darf Ihnen versichern, dass ich alles Erdenkliche in Bewegung setzen werde, damit der Offenburger FV sein gestrecktes Ziel doch noch erreicht“, gab sich der neue Mann der 1. Mannschaft zuversichtlich bei seinem Amtsantritt. Trotzdem wurde der OFV nur Sechster, schmuggelte sich dann über Platz sechs durch die Hintertür ins neue Amateur-Oberhaus, weil südbadens Meister SC Freiburg in die 2. Liga aufstieg und deshalb ein zusätzlicher Platz frei wurde.

Anfangs brillierte Rudinski mit innovativen Trainingsmethoden und hatte zudem schnell den Ruf, das letzte Quäntchen aus einer Mannschaft rauskitzeln zu können. Dennoch führte er auch ein zweifelhaftes Regiment. So fühlten sich seine Spieler nicht nur wegen der Liegestützen, die sie auf Geheiß ihres Trainers mit langgezogenen „iiiaaah“-Rufen ausführen mussten, wie Esel. Ganz oben auf der schwarzen Liste standen Rudinskis Zettel. Wenn der Maestro selbst das Training schwänzte, teilte er das Team kurzerhand in Fünfergruppen ein und bestimmte jeweils einen Gruppenführer, den er mit verschiedenen Zetteln ausstattete. Darauf standen Anweisungen wie „Zehn mal 20-Meter-Sprints“ oder „30 Kniebeugen“ und so weiter. Das blieb nicht ohne Echo. Beim Auswärtsspiel beim Tabellenletzten VfB Friedrichshafen brach Spieler Rolf Himmelsbach einen Konter in Höhe der Trainerbank ab, kramte aus der Gesäßtasche seiner Hose einen Zettel hervor und las ihn provokant direkt vor Rudinski. Der OFV verlor anschließend vor lauter Lachen den Faden und das Spiel. Rudinskis Retourkutsche folgte prompt. Auf der Heimreise ließ er Himmelsbach bei jedem Bahnübergang, auch wenn die Schranke oben war, aussteigen und befahl: „Himmel, schau ob ein Zug kommt …!“ Der OFV wurde trotzdem Herbstmeister und am Ende der Saison Fünfter.

Dennoch tauchte er noch zwei weitere Male an der Badstraße auf: Im Januar 1986 war Schluss für Heinz Sartor und wie bestellt stand der in Freiburg gerade entlassene Anton Rudinski wieder auf der Matte. In der Rückrunde lotste er den großen Techniker Zdravko Cakalic nach Offenburg, nahm Supertalent Martin Wagner unter seine Fittiche und überwarf sich aber komplett mit Uwe Hertweck, einem der besten Kicker, die Offenburg in diesen Jahren hatte.

Nachdem fehlgeschlagenen Versuch, die Oberliga-Meistershaft im Frühjahr 1990 zu erzwingen, verließen Bau-Löwe Louis Fischer und Präsident Norbert Kramer das sinkende OFV-Schiff. Mit einer Notelf aus Verbandsliga – und Landesligaspielern startete der OFV in die neue Saison und war nicht mehr konkurrenzfähig. Egon M. Schneider (1. Vorsitzender), plötzlich mit Schatzmeister Conny Vogel allein auf der Kommandobrücke, schloss einen letzten Pakt mit Trainer Anton Rudinski. Doch den kurzfristigen Erfolg brachte der Jugoslawe nicht mehr mit. Auf den Rängen verloren sich noch 400 Zuschauer und vom einst illustren Verwaltungsrat waren gerade mal zwei Mitglieder übrig. „Das Vereinsleben ist klinisch tot“, stellte Rudinski fest und war nach einem halben Jahr im Dezember 1990 wieder weg.

Anton Rudinski coachte viele Clubs. Beim VfL Osnabrück und der SpVgg. Bayreuth war er als Zweitliga-Coach unter Vertrag, ehe er in Schweinfurt und beim FC Konstanz bis 2005 die Trainerkarriere ausklingen ließ. Ein Comeback als Übungsleiter gab der als Schlitzohr bekannte Rudinski zur Spielzeit 2010/11 noch einmal für wenige Monate als 73-Jähriger beim Bezirksligisten Fatihspor Spachingen. (Quellen: „Mythos OFV", Mittelbadische Presse, Südkurier, Bild: OFV)
 
U19-Trainer Dominic Künstle ist um seine Aufgabe derzeit nicht zu beneiden
U19-Trainer Dominic Künstle ist um seine Aufgabe derzeit nicht zu beneiden

Zwölf Spiele, ein Punkt und 8:42 Tore – die Bilanz der A-Junioren des Offenburger FV in der Fußball-Oberliga ist ernüchternd. Für Trainer Dominic Künstle und sein Team könnte bereits jetzt Winterpause sein… Dass das Unternehmen Klassenerhalt zu einer Herkulesaufgabe werden würde, war vor Saisonbeginn auch dem neuen Trainer Dominic Künstle bewusst. Doch nach der 1:8-Klatsche zum Rückrundenauftakt am Wochenende in Freiberg wirkt sich der Misserfolg auch auf die Stimmung im Team aus. „Es ist sehr deprimierend, mit einem Punkt Letzter zu...

» weiter...
Wer war eigentlich: Hansi Müller - eine Offenburger Fußball-Legende
Wer war eigentlich: Hansi Müller - eine Offenburger Fußball-Legende

Viele Offenburger erinnern sich bei diesem "klangvollen" Namen an eine glanzvolle Zeit des Offenburger FV. Hansi, so begrüßten ihn viele Offenburger mit den Worten: "Do kommt jo d’r Müller Hansi"… Am 12. Oktober 1933 in Offenburg geboren und aufgewachsen am Schillerplatz. Älteren Offenburgern ist noch der Kiosk seiner Eltern vor dem Schillergymnasium bekannt. Dort, wo einst im Jahre 1907 der Fußball in Offenburg seinen Einzug hielt - auf der Schillerwiese des Gründervereins FC Offenburg. Hier konnte man jeden Freitag den Müller Hansi...

» weiter...
Neues Förderprogramm beim OFV
Neues Förderprogramm beim OFV

Seit April 2017 bietet die Jugendabteilung des Offenburger FV für interessierte Jugendspieler- und Spielerinnen der F- bis D-Junioren-Jahrgänge ein wöchentliches Fördertraining an. Dort können die jungen Spieler und Spielerinnen unter professioneller Anleitung trainieren… Die Trainingseinheiten sollen keinen Ersatz zum bisherigen Vereinstraining darstellen sondern eine Ergänzung an denen die Kinder und Jugendlichen an Ihren spielerischen, technischen und koordinativen Fähigkeiten arbeiten können. Aber in erster Linie möchten wir den...

» weiter...
"Kommen, Schauen, Probieren...!"

"Kommen, Schauen, Probieren...!" Die hervorragende Jugendarbeit beim Offenburger FV ist schon seit Jahrzehnten das Aushängeschild des südbadischen Traditionsvereins und des Fußballsport in Südbaden. Die qualifizierte und nachhaltige Talentförderung ist deshalb ein Eckpfeiler des strategischen Konzepts, mit dem der Verein sich langfristig als Top-Ausbildungsverein in Baden positionieren will… Kommen, Schauen, Probieren...!" Sollte Ihr Kind Interesse am Fußballsport haben, bringen Sie es einfach zu einem unverbindlichen...

» weiter...
Wer war eigentlich: Anton Rudinski - Ein schlitzohriger Schleifer
Wer war eigentlich: Anton Rudinski - Ein schlitzohriger Schleifer

Der gebürtige Serbe aus Subotica war erfolgreicher Profi-Fußballer und mit Roter Stern Belgrad vierfacher jugoslawischer Meister. Anton Rudinski war auch drei Mal Trainer beim Offenburger FV und eine Trainerlegende… Nach den Stationen beim FC Metz und Viktoria Köln übernahm Anton Rudinski (auch Antun oder Anton Rudinsky) 1972 beim FC 08 Villingen das Traineramt. Mit den Nullachtern wurde er auf Anhieb Meister der Schwarzwald-Bodensee-Liga und in der Saison darauf errangen die Nullachter abermals den Titel in der...

» weiter...
„Von der Kinzig bis an den Mühlbach - immer wieder OFV!“
„Von der Kinzig bis an den Mühlbach - immer wieder OFV!“

Als südbadischer Pokalsieger 1987 war der Offenburger FV für die erste DFB-Pokalrunde qualifiziert und konnte sich freuen. Von den baden-württembergischen Clubs hatte der OFV das große Los gezogen: Borussia Dortmund. Als krasser Außenseiter erkämpfte sich der OFV in 120 Minuten nach Verlängerung ein mehr als verdientes 3:3... Den Sektbecher in der Hand schwenkend, die Sonnenbrille über die Augen gezogen, so, als sei er geblendet von dem, was sich eben zwei Stunden lang auf dem Rasen des Karl-Heitz-Stadions zugetragen hatte, lief...

» weiter...
Martin Wagner: Rotzfrecher Auftritt - Rasante Tore - Riesige Schadenfreude
Martin Wagner: Rotzfrecher Auftritt - Rasante Tore - Riesige Schadenfreude

„Vor ihm hatte ich meine Mannschaft am meisten gewarnt und dann macht er zwei Tore“, Dortmunds Trainer Reinhard Saftig nach dem Pokalfight des Offenburger FV gegen die Borussen. Der 19-jährige avancierte am 29. August 1987 im Karl-Heitz-Stadion zum „Mann des Tages“... Reinhard Saftig war stocksauer auf seine rechte Abwehrseite, auf der OFV-Youngster Martin Wagner seinen Profikickern nach dem Pokalfight die Schau gestohlen hatte. Der 19-jährige, der dem BVB-Coach schon beim 1:1 in Sandhausen mächtig imponierte, avancierte am 29. August...

» weiter...
Neuer Trikot-Look des OFV
Neuer Trikot-Look des OFV

Neue Saison, neue Ansprüche, verändertes Team, neuer Look! In dieser Saison gibt es neue Spieler-Outfits für das Team des Offenburger FV mit neuen Heim- und Auswärtstrikots in den Farben des Traditionsvereins…Bereits seit vier Pflichtspielen präsentiert der Offenburger FV den Look mit den neuen Nike-Trikots, welche die traditionellen Hauptfarben Rot und Weiß des Vereins präsentieren. Was auffällt: Das rote Heim-Trikot zeigt seitlich dezent das Wappen des Offenburger FV und das weiße Auswärts-Trikot ist mit Stadt-Wappen von Offenburg...

» weiter...
Die neuen Saison-Tickets sind verfügbar
Die neuen Saison-Tickets sind verfügbar

Pünktlich zum Saisonstart bietet der Offenburger FV auch dieses Jahr wieder Saison-Tickets im Vorverkauf an. Somit läuft ab sofort der freie Dauerkartenverkauf für die Saison 2017/18…Die Saison-Tickets sind da! Beim Offenburger FV läuft der freie Dauerkartenverkauf (Vorverkauf) für die Saison 2017/18. Eile ist jedoch nicht geboten: Alle Dauerkarten können ab sofort in der ➠ Geschäftsstelle des OFV und bei jedem Heimspiel der ersten Mannschaft erworben werden. Natürlich können Sie uns auch eine Nachricht (Diese E-Mail-Adresse ist vor...

» weiter...
Der Offenburger FV hat Geburtstag
Der Offenburger FV hat Geburtstag

Verfolgt man den Werdegang des Fußballsports in Offenburg, so sind insbesondere in den Anfangsjahren die Wege sehr verzweigt. Wohl hatte der Fußballsport in Offenburg schon vorher Einzug gefunden. Es war aber mehr ein Schülersport in der Freizeit, welche in "freier Wildbahn" auf Straßen und Plätzen auf zwei Tore bolzten. Das Treten nach diesem kugelartigen Gebilde war damals nicht gern gesehen…Es ist ein bedeutungsvolles Ereignis, wenn ein Sportverein auf ein jahrelanges Bestehen zurückblicken kann. In Jahrzehnten spiegelte sich in...

» weiter...