In diesem Jahr feiert der Offenburger FV seinen 111. Geburtstag. Verfolgt man den Werdegang des Fußballsports in unserem Verein, so sind insbesondere in den Anfangsjahren die Wege sehr verzweigt. Wohl hatte dieser Sport schon vor der Gründung des ersten Fußballvereins seinen Einzug in den Mauern unserer Heimatstadt gefunden. Es war aber mehr ein Schülersport in der Freizeit, welche in "freier Wildbahn" auf Straßen und Plätzen auf zwei Tore bolzten. Das Treten nach einem kugelartigen Gebilde war damals nicht gern gesehen…

Gründerbrief des FC 1907 Offenburg - Coyright 2018-Sven Steppat Es ist ein bedeutungsvolles Ereignis, wenn ein Sportverein auf ein jahrelanges Bestehen zurückblicken kann. In Jahrzehnten spiegelte sich in der Geschichte einer Gemeinschaft wieder, die sich klein zusammenfand, erweiterte und immer wieder erneuerte in kameradschaftlicher Zusammenarbeit zur Pflege und zur Förderung des Fußballsports. In einer wechselvollen und schicksalhaften Geschichte haben schon mehrere Generationen die Farben des Offenburger FV im sportlichen Wettstreit stolz und erfolgreich getragen. Niemals hatte der Offenburger FV resigniert immer folgte er dem Wahlspruch “Furchtlos und Treu”. Die klare und verantwortungsbewusste Führung des Vereins, der sportliche Wille, der gesunde Ehrgeiz und die Kameradschaft seiner Aktiven trugen dem Offenburger FV als reife Früchte zahlreiche Meisterschaftstitel ein. Möge dem Offenburger FV der gute Geist der Kameradschaft, der ihn stets beflügelte, erhalten bleiben. Der Jugend, den Erben schwer erkämpften Ruhmes, soll es ein Ansporn sein, auf dem Weg der Alten weiter zu schreiten mit dem festen Willen im Herzen, das zu erhalten und weiter auszubauen, was ihnen jene im Vertrauen auf sie überließen.

Etwa im Jahre 1885 brachten englische Geschäftsleute und Studenten das Fußballspiel nach Deutschland. Als fremdes Spiel wurde es missachtet, verfemt und niemand konnte ahnen, daß er einmal zum Volkssport in Deutschland werden würde. Die Bilder über die Entwicklung des deutschen Fußballsports spiegelten sich auch in Offenburg ab wie allerorts: Begeisterte Anhänger, meist Jugendliche oder Schüler, bei denen der Zündfunke eingeschlagen hatte, huldigten verbotenerweise dem neuen Sport. Steine, Konservendosen – Stoffbälle waren bereits ein großer Fortschritt - wurden in den Dienst der Sache gestellt. Demolierte Sonntagsschuhe, von kräftiger Mutter- oder Vaterhand verprügelte Hosenboden legten Zeugnis vom Märthrium unserer Gründer ab. Weit abgelegene Wiesen und Sandplätze mit behelfsweise erbauten Toren waren die ersten Heimstätten. In feste Form brachte man die lose Gesellschaft, gründete Vereine, wählte Vorstände, Schriftführer und Kassierer. Elf Mann eine Mannschaft, fünfzehn Mann oder Männlein ein ganzer Verein. Opferwillig und mit Begeisterung wurden die letzten Spargroschen zusammengelegt zum Kauf eines Lederballs. Keine Meisterschaft konnte in jener Zeit eine größere Begeisterung wachrufen, als es damals der Besitz eines richtigen Lederballs vermochte.

Es war in den Jahren um 1900, als der Fußballsport in den Mauern unserer Heimatstadt seinen Einzug hielt. An den freien Nachmittagen, nach Erledigung der Hausaufgaben, zogen die Jungen auf die Wiesen hinaus und zertrampelten beim Eigentümer das frische Gras so, daß sie manchmal flüchten mußten, um der verdienten Strafe zu entgehen. Es war natürlich noch kein geregeltes Fußballspiel, sondern ein planloses Hin- und Herschlagen des „runden“ Gegenstandes. Etwa im Jahre 1903 wurde der Betrieb etwas geregelter, als Professor Fundiger von der damaligen Realschule sich den jungen Buben annahm. Auf der ehemaligen Pfählerwiese, die sich von der Okenstraße entlang des nördlichen Randes der Rheinstraße erstreckte, jagten die Fußballrekruten mit eiserner Energie und sportlicher Hingabe dem kugelartigen Gebilde hinterher. Aber auch auf der „Klostermatt“ bot es sich an, die unten den dort bolzenden Buben steckende Talente zu finden. Im Jahre 1905 gründeten einige sportbegeisterte Jünglinge einen Fußballverein in Offenburg, der sich jedoch nach kurzem Bestehen und infolge innerer und äußerer Schwierigkeiten wieder auflöste.

Erst im Jahre 1907 gründete sich ein Fußballverein, der auch Bestand hatte und aus dem zusammen mit dem drei Jahre später gebildeten zweiten Verein durch Vereinigung der heutige Offenburger Fußballverein hervorging. Es war am 20. Juni 1907, als der damals erst 17-jährige Egon Kahles mit dem ebenso begeisterten Fußballer namens Karl Vogt - einige Freunden in das „Braustübl“ der Brauerei Hund-Ampt in der Zellerstraße zu einer Besprechung einlud. Eine nicht gerade übermäßige Anzahl von Fußballanhängern waren es, die sich zusammen einfanden und in jugendlicher Begeisterung einen Verein mit dem Namen Fußballclub 1907 Offenburg mit den Stadtfarben „Rot und Weiß“ aus der Taufe hoben. Als Spielplatz wurde die Schillerwiese im Nordosten der Stadt vom Domänenamt Offenburg zur Verfügung gestellt.

Es vergingen drei Jahre eifrigster Arbeit und regsten Spielbetriebs, als für den FC Offenburg eine damals nicht zu verachtende Gefahr durch die Gründung eines zweiten Vereins in Offenburg entstand. Am 10. März 1910 gründete sich der Fußballverein 1910 Offenburg. Treibende Kräfte bei dieser Neugründung war besonders das Brüder-Trio Josef, August und Valentin Lurk, die Söhne des damaligen Inhabers der Gastwirtschaft zum "Salmen“ in der Hauptstraße. Die meisten dieser Spieler waren Kinzigvorstädtler und fünf Gründungsmitglieder kamen aus den Reihen des damaligen Arbeiter-Turnverein von 1860. „Rot und Schwarz“ waren die Vereinsfarben und als Spielplatz diente anfänglich die nahe gelegene Kronenwiese. Sie war ein harter ungeeigneter Sandplatz. Später stellte die Stadtverwaltung ein Gelände beim „Pulverhäuschen“ in der heutige Uhlgrabensiedlung zur Verfügung.

Das Jahr 1913 bildete zweifelsohne einen Markstein in der Geschichte des Offenburger Fußballsports. Der Fortbestand beider Vereine stellte sich Ende 1912 in Frage, weil die Stadt die Schillerwiese für den Bau der Oberrealschule benötigte und der Platz am Pulverhäuschen in Kleingärten umgewandelt werden sollte. Aus der Not wurde daher eine Tugend. Diese führte dazu, daß der Gedanke eines Zusammenschluß beider Vereine immer mehr in den Vordergrund trat, zumal es die Stadtverwaltung ablehnte, zwei neue Sportplätze zur Verfügung zu stellen. Die aufgenommenen Einigungsverhandlungen hatten den gewünschten Erfolg und am 08. Februar 1913 konnte im Gasthaus ”Alten Pfalz” der Zusammenschluß zum Offenburger Fußballverein 1907 vollzogen werden.

Die ganze Geschichte über den Offenburger FV - von der Vereinsgründung bis heute - lesen Sie in der ➠ OFV-Vereinshistorie nach.

(Copyright 2018 - Sven Steppat)
 
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