Spielbetrieb frühestens im Februar 2021

Der Fußball-Spielbetrieb in Südbaden soll frühestens im Februar 21 fortgesetzt werden. Nach abgeschlossener Vorrunde sind eine verkürzte Rückrunde oder Playoffs und Playdowns ein Thema…

Nach der Verlängerung des Corona-Lockdowns bis mindestens 08. Januar 21 hat sich auch der Südbadische Fußballverband mit den verschiedenen Optionen zur Saison-Fortsetzung auseinandergesetzt. In zwei Video-Konferenzen mit insgesamt 420 Teilnehmern suchte der SBFV den Dialog mit den Vereinen. Vizepräsident Christian Dusch erläuterte die Pro- und Contra-Punkte der in Frage kommenden Varianten.

„Vor dem 08. Januar sind Spiel und Training kein Thema. Die Lockerungen über Weihnachten betreffen nicht den Amateursport“, stellte Dusch klar. Da man den Vereinen nach der dann über zweimonatigen Pause zumindest drei bis vier Wochen Vorbereitungszeit gewähren will, hofft man beim SBFV aktuell auf eine Fortsetzung der Saison ab dem 01. Februar. „Manche Vereine sind der Meinung, dass sechs Wochen Vorbereitung nötig sind. Sicher ist nur, dass wir keinen Kaltstart hinlegen können“, so Dusch.

Ziel des Verbandes ist und bleibt, die Saison zum 30. Juni abzuschließen, obwohl nach einem Beschluss des Verbandstags auch eine Verlängerung in den Juli hinein möglich wäre. „Wir hoffen sehr, dass die Saison 2021/22 wieder einigermaßen normal ablaufen kann. Deshalb soll sie nicht in Mitleidenschaft gezogen werden“, erklärt der Vizepräsident. Dies würde bedeuten, dass zwischen dem 01. Februar und 15. Juni noch 19 Wochenenden zur Verfügung stehen mit anschließender Auf- und Abstiegsrunde bis Ende Juni.

Besonders für die 18er-Staffeln, zu denen beispielsweise auch die Verbandsliga, Landesliga und Bezirksliga gehören, bedeutet dies einen massiven Terminstress, wenn die Runde regulär beendet werden soll. „Die Vereine hätten in diesen Wochen dann teilweise 25 Spieltage zu absolvieren, plus Nachhol- und Pokalspiele“, macht Dusch deutlich, dass dies über die Grenzen des Machbaren für Amateurfußballer hinausgehen würde. Zudem müssen corona- oder witterungsbedingte Spielausfälle einkalkuliert werden, die weitere Nachholtermine unter der Woche zur Folge hätten.

Um überhaupt eine Wertung der Saison zu ermöglichen, muss die Vorrunde abgeschlossen werden. „Das ist das Minimalziel“, so Dusch. Das Ende der Vorrunde ist auch der Zeitpunkt an dem feststehen muss, mit welchem Modus weitergespielt würde. „Eine Umstellung auf einen anderen Modus nach Beginn der Rückrunde ist nicht möglich“, stellt der Vizepräsident klar.

Eine denkbare Variante wäre, einfach so lange zu spielen wie es geht und dann die Abschlusstabelle über die Quotientenregelung zu berechnen – analog zur Vorsaison. „Ich persönlich habe aber die Präferenz, dass ein Wettbewerb geordnet zu Ende gebracht wird“, sagt Dusch. Mögliche Optionen dafür wären Playoffs und Playdowns oder einer verkürzte Rückrunde mit geteilten Ligen.

„Die Playoff-Variante hat einige Befürworter, da sie durch die K.o.-Spiele eine große Spannung hätte. Allerdings würden dann die Ergebnisse der Vorrunde keine Rolle mehr spielen und für viele Vereine wäre die Saison früh beendet“, erläutert Dusch und äußert seine Tendenz zu geteilten Ligen in der Rückrunde. Soll heißen: Die obere Tabellenhälfte spielt im Modus jeder gegen jeden den Meister und Teilnehmer an der Aufstiegsrunde aus, die untere Tabellenhälfte kämpft gegen den Abstieg. „Für 18er-Ligen würde das eine Reduzierung von rund 25 auf 16 Spiele bedeuten. Da wären wir wieder im Bereich des Machbaren“, findet Dusch, ohne die Nachteile dieser Version zu verschweigen. „Es kann dann zu einer ungleichen Verteilung von Heim- und Auswärtsspielen kommen.“

Da die kleineren Staffeln mit 14 oder weniger Teams vorerst noch keine Terminprobleme fürchten müssen, möchte der SBFV den Spielmodus auf die jeweilige Klasse anpassen. „Es ist nicht angemessen, ein einheitliches Modell für alle Spielklassen zu suchen. Da brauchen wird eine differenzierte Herangehensweise, abhängig von der Staffelgröße“, verdeutlicht Dusch.

Letztendlich hängt alles davon ab, wann die Corona-Verordnung eine Saison-Fortsetzung zulässt. Und der Verband hat durchaus noch einen zusätzlichen zeitlichen Puffer, da der Modus erst nach Abschluss der Vorrunde feststehen muss. „Wir rufen die Vereine ausdrücklich dazu auf, uns mögliche Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten zu nennen. Das werden wir bei der Abwägung berücksichtigen“, verspricht Dusch.

(Auszug: Mittelbadische Presse, Bild: SBFV)