Blick nach vorne richten

Der Abbruch und die Annullierung der Spielzeit durch den Südbadischen Fußballverband trifft den Offenburger FV als Tabellendritter hart, auch wenn die Mannschaft im vom Abbruch ausgeschlossenen SBFV-Pokal noch im Rennen ist…

„Wir haben den Abbruch der Saison innerhalb der Mannschaft gar nicht groß thematisiert, weil die Entscheidung abzusehen und die Überraschung daher nicht allzu groß war. Grundsätzlich finde ich es gut, dass der Verband mit seiner Entscheidung gewartet hat solange es noch Hoffnung gab“, hat OFV-Coach Benjamin Pfahler vollstes Verständnis für das Handeln des SBFV. Rein sportlich betrachtet sei es jedoch „bitter, zum zweiten Mal davon betroffen zu sein.“ Denn durch eine 1:3-Niederlage im Derby beim Kehler FV hatte der OFV in der Vorsaison im einzigen Spiel nach der Winterpause und zugleich in der letzten Begegnung vor dem Abbruch der Spielzeit 2019/20 Platz eins an den FV Lörrach-Brombach abgegeben. So stieg der Rivale vom Dreiländereck als Meister auf, während den Offenburgern als Vizemeister die Aufstiegsspiele verwehrt blieben.

Mit der Enttäuschung ist die Mannschaft jedoch ebenso gut umgegangen wie mit den taktischen und spielerischen Umstellungen durch das neue Trainerteam sowie durch zahlreiche Neuzugänge und Verletzte. „Wir sind mit der Entwicklung der Mannschaft aber auch der einzelnen Spieler sehr zufrieden. Da wäre nach oben noch einiges möglich gewesen“, ist Pfahler rückblickend angesichts von drei Punkten Rückstand bei einem Spiel weniger auf den Spitzenreiter SC Pfullendorf und einem Punkt Rückstand auf den SC Lahr zum Zeitpunkt des Abbruchs überzeugt.

Während die Verbandsliga-Saison annulliert und somit Geschichte ist, bleibt dem Offenburger FV der Verbandspokal mit dem Viertelfinale gegen Oberligist Freiburger FC als Trostpflaster. „Das ist eine hoch attraktive Chance, auch für den Verein in diesen schwierigen Zeiten. Es soll Ende Mai oder im Juni gespielt werden. Wir werden uns darauf vorbereiten, wenn der Plan des SBFV verwirklicht werden kann und wir wieder trainieren dürfen“, freut sich Pfahler zwar auf dieses reizvolle Duell, ist mit der Situation aber nicht ganz glücklich: „Ich persönlich bin kein großer Fan von diesen Plänen. So hat man zwei Vorbereitungsphasen fast am Stück, wobei die erste im Falle eines Ausscheidens auch nur für ein Spiel sein könnte. Das ist keine gute Lösung. Ich hätte mir gewünscht, dass man die noch ausstehenden Pokalspiele mit in die neue Saison genommen und dann einen Sieger ermittelt hätte.“

Ein Pokalfinale mit der Chance auf den Einzug in den DFB-Pokal wäre ein besonderes Highlight für den OFV, der Ende Januar mit seinem Trainerteam verlängert hat. „Wir können unsere Arbeit nach dieser Saison nicht als erfüllt ansehen. Außerdem planen wir als Trainerteam langfristig“, freut sich Pfahler auf seine zweite Saison an der Badstraße und darüber, dass die Mannschaft wohl zusammenbleibt und durch drei bis vier A-Jugendspieler ergänzt wird: „Das ist wichtig und zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.“

(Auszug: Mittelbadische Presse, Bild: P. Heck)