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Karl-Heinz Bente – Der „Kaiser“ des südbadischen Fußballs

  • Karl-Heinz Bente
Karl-Heinz „Kalla“ Bente war eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Fußball. Als Teamchef beim Offenburger FV machte der charismatische Trainer aus einem komplizierten Geflecht von fast untrainierbaren Stars wieder eine Mannschaft…

Karl-Heinz „Kalla“ Bente wurde am 13. September 1941 in Gelsenkirchen geboren. Als Mittelfeldspieler startete er seine fußballerische Karriere bei seinem Heimatverein der Sportgemeinde Eintracht Gelsenkirchen (Stadtteil Ückendorf) in der 2. Oberliga West. Dieser Verein entstand durch eine Fusion der beiden Vereine Alemannia Gelsenkirchen und Union Gelsenkirchen. Vor der Saison 1962/63 wechselte der erst 21-jährige „Kalla“ Bente nach Südbaden zum Freiburger FC in die 2. Oberliga Süd. Als 1963 die erste Saison der Fußball-Bundesliga begann, wechselte „Kalla“ Bente zum westfälischen SC Preußen Münster und stieg am Ende der Saison ab. Nach einer kurzen Zwischenstation beim Kasseler Sport-Verein Hessen (KSV Hessen Kassel) in der Regionalliga Süd führte sein Weg wieder zum Freiburger FC zurück.

Vor der Saison 1973/74 entschied sich „Kalla“ Bente für einen Wechsel zum Offenburger FV in die 1. Amateurliga Südbaden und feierte unter Trainer Hans Cieslarczyk in den Jahren 1974 und 1975 die südbadische Meisterschaft. In Offenburg war er Denker und Lenker in der OFV-Mannschaft. Anschließend ging sein Weg erneut zurück in die Breisgau zum Freiburger FC. Auch nach einer weiteren Saison bei den Amateuren des Offenburger FV (1979/80) kehrte „Kalla“ Bente nach Freiburg zurück, diesmal aber zum SC Freiburg in die 2. Bundesliga Süd.

Nach einem miserablen Start in die Saison 1983/84 musste Trainer Klaus Blawert beim Offenburger FV gehen. Manfred Krafft kam – blieb aber keine drei Wochen. Plötzlich stand der OFV ohne offiziellen Trainer da. Somit übernahm Interims-Trainer Rolf Müller die Trainingsleitung und der OFV war ein einziges Pulverfass. Die Vorstandschaft war zum Handeln gezwungen und entschied sich unter fünfzehn Bewerbern aus ganz Deutschland für den 42-jährigen Karl-Heinz „Kalla“ Bente. Als Kenner der OFV-Szene und der Oberliga Baden-Württemberg erhielt „Kalla“ Bente einen Vertrag bis zum Saisonende 1984. Auf der Strecke blieben dabei so klangvolle Namen wie der des Jugoslawen Slobodan Cendic (Alemannia Aachen, SC Charlottenburg). Auch Emil Kühnle (SV Neckargerach) erhielt einen Korb. Am 17. November 1983 übernahm der charismatische „Kalla“ Bente als Teamchef beim südbadischen Oberligisten und machte aus einem komplizierten Geflecht von fast untrainierbaren Stars wieder eine Mannschaft…

[Im Spielerlexikon der Bundesligaspieler (AGON-Verlag) wird Karl-Heinz „Kalla“ Bente wie folgt beschrieben: "Als herausragender Techniker mit dem Auge für feine Pässe und gefährliche Standards war der Spielmacher Karl-Heinz Bente eine der größten Figuren, die je in Freiburg Fußball gespielt haben. Bente war ein kompletter Fußballer, der in etlichen Bundesligateams ein Führungsspieler hätte sein können, bieb aber beim FFC in der zweiten Liga hängen."]

Der 25. Januar 1984 ging als tragisches Datum in die über 100-jährige Geschichte des Offenburger FV ein. Am Mittwoch-Morgen dieses Wintertages wurde an der Autobahn A5 nahe der Anschlußstelle Nimburg aus dem angrenzenden Wald ein Auto-Wrack geborgen. Dietmar Deinert fuhr auf der Autobahn A5 von Emmendingen nach Freiburg. Bei Nimburg/Teningen sah er, wie ein dunkelgrüner Porsche 911 auf einen Abschleppwagen gehievt wurde. Der damalige Trainer des Freiburger FC stoppte, sah die Autonummer „FR-EH 750“ und war entsetzt. Das war das Autowrack seines Freundes Karl-Heinz „Kalla“ Bente. Autofahrer entdeckten gegen 08:00 Uhr eine pechschwarze Schleifspur quer über die Fahrbahn und fanden einen in zwei Teile zerschelltes Fahrzeug. Für den Unfall gab es keine Zeugen. Die Autobahnpolizei glaubt, Karl-Heinz Bente fuhr sehr schnell auf der Überholspur, geriet ins Schleudern und raste nach rechts in die Böschung. Der dunkelgrüne Porsche krachte gegen einen Baum und wurde in zwei Teile zerrissen.

„Kalla“ Bente kam aus Offenburg, wo er am Abend zuvor noch das Training der Oberliga-Mannschaft des Offenburger FV geleitet hatte. Anschließend war er mit Spielausschußvorsitzenden Paul Leinz zum Essen: „Wir haben noch Pläne geschmiedet…“ Mit den letzten Schatten der Nacht war „Kalla“ Bente nach Freiburg aufgebrochen und vermutlich einem Sekundenschlaf zum Opfer gefallen.

Schlimm traf es den Offenburger FV. Versteinerte Mienen und nicht verborgene Tränen am Abend bei der Spielersitzung für einen Mann, der es geschafft hatte, aus einem komplizierten Geflecht von fast untrainierbaren Stars wieder eine Mannschaft zu formen. Das Außergewöhnliche war es auch, daß „Kalla“ Bente reizte. So sprang er beim OFV gerade in dem Moment in die Bresche, als der „Karren am tiefsten im Dreck“ steckte. Und er schaffte das, woran niemand mehr so richtig glaubte. Er weckte in jedem einzelnen neue Kräfte, den Glauben an die eigene Stärke, verrückte Leistungsgrenzen und löste Fronten auf. Am 17. November 1983 übernahm der charismatische „Kalla“ Bente als Teamchef beim südbadischen Oberligisten. Nur zwei Trainingsabende hatte der neuen Trainer zur Verfügung, um die auf dem Tiefpunkt befindliche Mannschaft neu zu formieren. „Ihr dürft auch Fehler machen, aber die Disziplin und taktische Marschrichtung müßt ihr einhalten“, gibt „Kalla“ Bente seiner Truppe mit auf den Rasen. Am 19. November 1983 erleben 1.000 Besucher im Karl-Heitz-Stadion einen 2:0-Sieg des OFV gegen die Amateure des Karlsruher SC. „Kalla“ Bentes anschließende Ausbeute: Vier Siege aus fünf Spielen und Spielleiter Paul Leinz resümierte: „Er ging in seiner Aufgabe auf.“ Kurz vor seinem Tod kamen in den Testspielen der Winterpause auch spektakuläre Ergebnisse zustande: ein 1:1 gegen die Bayern aus München und ein 5:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern mit Andreas Brehme, Karl-Heinz Briegel und Thomas Allofs. Dann übernahm Alfred Metzler das Erbe von „Kalla“ Bente und wurde „Deutscher Fußball-Amateurmeister“ im Jahre 1984 durch ein 4:1 im denkwürdigen Finale gegen Eintracht Hamm.

Alfred Metzler erinnerte sich mit diesen Worten an „Kalla“ Bente: „Als Fußballer genial, als Trainer auch ohne Lizenz fähiger als alle, die ich erlebt habe. Seine Ausstrahlung war sein größtes Plus. Die Trainingsgestaltung war einfach, zum Teil sogar ohne methodischen Aufbau. Das spielte keine Rolle. Hätte er uns damals die Flutlichtmasten hochklettern lassen, wir hätten´s getan.“

(Copyright 2019 - Sven Steppat)Update: 02. März 2019

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Bereits seit 1907 wird beim Offenburger FV organisiert Fußball gespielt. Seitdem kann unser Verein auf eine beachtliche Erfolgsgeschichte zurückschauen. Uns verbindet alte Tradition und moderner Fußball. Zu den größten Erfolgen zählen mehrere südbadische Meisterschaften und Pokalsiege, Teilnahmen an den Aufstiegsspielen zur 2. Liga Süd, am DFB-Pokal und der Gewinn der Deutsche Fußball-Amateurmeisterschaft im Jahre 1984.

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