OFV-Gelände als Wasserpark

Das OFV-Gelände soll zum Wasser-, Sport- und Bewegungspark werden. So sieht eine Machbarkeitsstudie unter anderem vor, mit der die Stadt Offenburg Anfang 2020 den Zuschlag für die Landesgartenschau 2034 erhalten will…

Machbarkeitsstudie Landesgartenschau 2034 Wasser sei das zentrale Element der Offenburger Bewerbung. Die Kinzig habe trennende Wirkung mit ihrer kanalartigen und vom Hochwasserschutz geprägten Ausformung. Der Stadteingang soll durch die Planung ein optisches Highlight werden. Weitere gewichtiger Eckpfeiler der in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekturbüro Helleckes (Karlsruhe) entwickelten Machbarkeitsstudie ist die Umwandlung des OFV-Gelände zu einem zentral und innerstadtnah gelegenen Wasser-, Sport- und Bewegungspark an der Kinzig.

OFV-Vorstand Öffentlichkeitsarbeit Jürgen Süss sah das Vorhaben positiv: „Wir befürworten die Pläne, weil wir für uns gewisse Chancen sehen.“ Das Karl-Heitz-Stadion sei in die Jahre gekommen, es gebe immer etwas zu reparieren und auch die Plätze seien in keinem guten Zustand mehr. Das sei „ein Fass ohne Boden“, so Süss.

Von einer neuen Spielstätte, dessen Standort nach ersten Überlegungen östlich vom Schaiblestadion sein könnte, erhofft sich der OFV einen Entwicklungsschub und bessere Bedingungen für seine rund 200 Jugendlichen. Auch die hohen laufenden Kosten für Wasser, Heizung und Strom könnten mit modernen energetischen Konzepten gesenkt werden, blickte OFV-Verwaltungsrat Manfred Buss in Richtung Hochschulrektor Winfried Lieber. Denn das wissenschaftlichen Knowhow der angrenzenden Hochschule soll ebenfalls in die Landesgartenschau-Pläne mit einfließen. Smart Gardening und Smart Farming nannte Lieber unter anderem als Stichwort.

Sicher keine Mehrheit bei den OFV-Fans – Leserbrief vom 26. Juni 18
Auch wenn es die Machbarkeitsstudie in ihren Plänen vorsieht, das legendäre OFV-Stadion in dieses Millionenprojekt mit einzubeziehen, halte ich persönlich für eine Unverschämtheit. Ein Fußballstadion in dieser Größenordnung wird es so wohl nicht mehr geben. Denn dieses legendäre ➠ Karl-Heitz-Stadion mit einem Fassungsvermögen von rund 15.000 Fans und Fußballbegeisterten kann keine Stadt zwischen Freiburg und Karlsruhe vorweisen.

Und was für eine Planung sehen die Verantwortlichen der Stadt für ein neues Stadion vor? Zu renovieren erscheint mir immer noch billiger, als ein komplett neues Stadion zu bauen. Auch wenn es in die Jahre gekommen ist, besteht kein Anlass, dieses Stadion dem Boden gleichzumachen. Es kann nicht Aufgabe eines Stadtoberhaupts sein, in der letzten Amtsperiode als Oberbürgermeisterin eine solche Vorlage der Bürgerschaft zu präsentieren. Zudem bedarf es einer Abstimmung der Vereinsmitglieder und da bin ich überzeugt, dass es keine Mehrheit zu diesem Projekt gibt. Auch bin ich überzeugt, dass die Vereinsgaststätte unter Denkmalschutz steht.

Das Motto sollte sein, in Offenburg Erhaltenswertes zu bewahren und nicht zu zerstören – Beispiel gibt´s genügend. Eine Sportstadt, wie Offenburg sich gerne präsentieren möchte, sollte stolz auf diese Sportanlage sein, auch wenn der OFV noch weit davon entfernt ist, dieses Stadion zu füllen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. (R.L.-Offenburg)

(Auszug und Grafik: Mittelbadischen Presse)