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OFV-Stadion: Entscheidung über Sanierung fällt erst 2020

Wie geht es weiter mit dem Karl-Heitz Stadion? Eine Entscheidung dazu wurde jetzt auf 2020 vertragt, wenn klar ist ob die Stadt die Landesgartenschau 2034 bekommt. Sollte das der Fall sein, wird das Stadion rückgebaut und weicht der Blumenschau. Geht Offenburg leer aus, müsse diskutiert werden, ob das Stadion saniert oder an einem anderen Ort neu gebaut wird. Das Stadion jetzt aber für eine halbe Million aufzuwerten, hat der Stadtrat abgelehnt…

Viel Sympathie für den Offenburger FV war bei den Statements der Stadträte zur Zukunft des Karl-Heitz-Stadions herauszuhören. Doch die Zuneigung ging nicht so weit, sofort 500.000 Euro für die Aufwertung der traditionsreichen Spielstätte abzunicken. Erst wollen die Stadträte abwarten, ob Offenburg im Mai 2020 den Zuschlag für die Landesgartenschau 2034 erhält.

Ballbesitz-Fußball statt tödlichen Pass: Die Stadträte berieten am Montagabend in der gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Bau- und Schul- und Sportausschusses über die Zukunft des Karl-Heitz-Stadions. Sie wollen erst warten, wie die Entscheidung bei der Offenburger Bewerbung für die Landesgartenschau 2034 ausfällt. Mit dieser ist laut Baubürgermeister Oliver Martini im Mai 2020 zu rechnen. Fällt die Entscheidung positiv aus, ist klar, dass das OFV-Gelände ein neues maßgeschneidertes Stadion im Bereich Hochschule/Großer Deich erhält.

Info: Die Ausschussmitglieder gaben grünes Licht dafür, dass Flächenprogramm und Kosten für den Neubau der OFV-Anlage oder die Modernisierung der bestehenden untersucht werden und gab Planungsmittel in Höhe von 80.000 Euro frei.

Die Stimmen der Fraktionen

„Der OFV ist uns bestimmt lieb und treu“, sagte CDU-Chef Albert Glatt. Aber 500.000 Euro für die Ertüchtigung des OFV-Stadions auszugeben, das möglicherweiser 2028 zurückgebaut werde – „da tun wir uns schon schwer“. Es stelle sich die Frage, ob sich die Stadt das leisten könne. Schließlich braucht es auch Mittel für die Schulentwicklung oder den Bau einer Großsporthalle.

SPD-Stadträtin Martina Bregler stellte fest: „Das Stadion habe Sanierungsbedarf und Sicherheitsmängel“. Die SPD hatte deshalb das von der Stadt vorgeschlagene mehrstufige Vorgehen für „sinnvoll“. Ob man 500.000 Euro für sieben Jahre Betrieb des OFV-Stadions ausgeben müsse, sei fraglich. Erfreulich fand Bregler, dass sich der OFV-Vorstand mit den Fans in der Präferenz auf einen Neubau geeinigt habe.

Grünen Fraktionschef Ingo Eisenbeiß sagte, es gebe nicht nur einen Investitionsstau, sondern leider auch eine sportliche Talsohle. Als der OFV 1984 als Oberligist vor großer Kulisse die deutsche Amateurmeisterschaft geholt habe, habe der Verein drittklassig gespielt und die Zweite Mannschaft in der Verbandsliga – das war damals viertklassig“. Auch Eisenbeiß sprach sich gegen das große Sanierungspaket bis 2028 aus: „Bis Oberliga ist für den OFV ein gutes Stadion vorhanden“.

Rudi Zipf (Freie Wähler) erinnerte sich an seine erste Gemeinderatssitzung vor 41 Jahren. Damals habe man entschieden, die Stehränge, die noch aus einer Grasböschung bestanden, auszubauen. Jetzt halte er es für geboten, eine neue Sportanlage zu schaffen, die dem OFV neue Attraktivität gibt. „In 15 Jahren gibt es ganz andere Anforderungen“, dachte Zipf an ein Trainingszentrum mit Verwaltung und Sporthalle.

Der OFV sei der Traditionsverein in Offenburg, sagte FDP-Fraktionschef Thomas Bauknecht, und er verfolge häufig mit den Stadtratskollegen Eisenbeiß und Großklaus die Spiele. Aber auch die FDP tue sich schwer, bei einer Restlaufzeit des Stadions von sieben Jahren 500.000 Euro auszugeben. Damit werde man dem OFV nicht gerecht. Auch Bauknecht plädierte deshalb dafür, über die Sanierung des OFV-Stadions erst zu entscheiden, wenn Klarheit über die Vergabe der Landesgartenschau herrscht.

(Lokale Quelle: Mittelbadische Presse, Bild: P. Heck)